Lohfelden: Personalabbau rauf, Kundendienst runter
Kasseler Postler zum Neubau:
32.000 Quadratmeter Gelände, Bedienung von 60.000 Haushalten, Entstehung von 140 Arbeitsplätzen. So wird in der HNA der neue Stützpunkt in Lohfelden beschrieben. Das klingt erst einmal gut, würde sich jeder denken. Jedoch ist die 10-Millionen-Investition für die Post nötig, um die Verbundausweitung zu schaffen und damit so Profit wie möglich zu machen.
Diese Profitmaximierung wird in dem Fall [innerbetrieblich] Flexibilisierung genannt und bedeutet, dass der Mitarbeiter Post und auch Pakete zustellt.
Die Bezirke werden ständig neubemessen und damit vergrößert. Dabei werden durch die Mengensteuerung der Post AG zunehmend massenhaft Postsendungen verzögert, was besonders für Ärzte, Anwälte, kleine Firmen oder andere, die Fristen halten müssen, schlimm ist.
Durch die Arbeitsverdichtung sind die Bezirke nicht mehr leistbar. Für die Zusteller wird es einen dummen Spruch vom Chef geben, für die Kunden wird es heißen, dass die Pakete und die Post später kommen.
Die Vergrößerung der Bezirke heißt auch. dass viele Kollegen weggespart werden, 8.000 bundesweit, in diesem Jahr, hat die DP AG angekündigt. Ein neues Gebäude, mit dem größere Bezirke mit weniger Mitarbeitern geschaffen werden, ist etwas, das nicht gebraucht wird.
Die Kunden brauchen die pünktliche Versorgung durch die Post, die Zusteller brauchen leistbare, sinnvolle Arbeit.
Aus: Der Rote Waschbär. Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei Kassel, 2/2025, S. 5.
Zum Hintergrund: In der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) gab es im Februar 2025 einen Jubelartikel über den Neubau der Post in Lohfelden. Von einem “Negelneue[n] Stützpunkt” wurde da geschrieben und selbst eine Betriebsrätin lies sich mit Aussagen über gute Arbeitsbedingungen zitieren. Dem haben wir im Roten Waschbären, der Zeitung der DKP Kassel 2/2025 die betriebliche und Versorgungsrealität entgegen gestellt.
